Als AVerMedia Partner durfte ich den EzRecorder 330 bereits vor Release ausgiebig testen. Mit der Standalone Capturecard könnt ihr euer Gameplay ganz ohne PC aufnehmen und streamen. Selbst geplante Aufnahmen eurer Lieblingssendung(en) sind mit dem AVerMedia EzRecorder 330 programmierbar.
Ein entsprechendes Unboxing findet ihr wieder auf unserem YouTube Kanal:
![[Test] AVerMedia EzRecorder 330 2 YouTube player](https://i.ytimg.com/vi/YVpg1t8VbDk/maxresdefault.jpg)
Optik & Haptik
Die Verarbeitungsqualität ist beispiellos. Alle Spaltmaße sind gleichmäßig und die Ports ordentlich mittig in den Aussparungen. Die Oberseite wurde matt gehalten, wohingegen die Seite hochglänzend und leicht durchsichtig erscheint.
An der Front findet sich der Powerbutton, der gleichzeitig LED-Indikator ist, sowie ein Anschluss für ein 3,5mm Klinke Headset. Der seitliche USB-Port dient dem Anschluss einer externen Festplatte. Ein Micro-SD-Slot ist selbsterklärend. Auf der Rückseite befinden sich neben einem Netzwerkport und dem Stromanschluss noch ein 3,5mm Klinke Interface für die Nutzung des beiliegenden Cinch-Adapters sowie HDMI-In, HDMI-Out und der Anschluss für den IR-Blaster, damit ihr euren EzRecorder flexibel positionieren könnt.
Anschluss & Inbetriebnahme
Zunächst müssen wir entscheiden, welche Quelle(n) wird nutzen möchten. In meinem Fall sollte für den Test natürlich alles zum Einsatz kommen. Der normale User wird höchstwahrscheinlich keine zu oft wechselnden Geräte haben, sodass ein festes Setup sinnvoll ist. Ich selbst habe sowohl alte Konsolen per Cinch als auch aktuelle Hardware von Sony und Microsoft getestet. Aufnahmen und Livestreams können aber auch via Smartphone oder Tablet passieren. Das Aufnehmen von Fernsehsendungen wurde natürlich ebenfalls ausprobiert, hat für mich persönlich in 2021 aber keinen Fokus. Netflix, Amazon Prime und Co. können/dürfen ohnehin nicht so einfach aufgenommen werden. Die Streams verfügen über eine entsprechende Verschlüsselung. Auch die PlayStation 4 Pro hatte bei mir zunächst Probleme gemacht, weil ich das HDCP noch aktiv hatte. Dieses Feature müsst ihr deaktivieren.
Da ich die Fragen hinsichtlich HDCP schon förmlich riechen kann, möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass man diesen Schutz nicht umgehen darf und GAMEtainment auch keine Tipps oder Hinweise dazu geben wird.
Die initiale Einrichtung ist denkbar einfach, wenn sie auch in der Releasefirmware an dem einen oder anderen Punkt etwas ungünstige Formulierungen zeigt. Feedback dazu habe ich dem Hersteller bereits gegeben, sodass es in kommenden Updates gefixt werden kann. So steht etwa im Menü unter Speicher bei der SD-Karte, dass diese nicht unterstützt wird, solange das System diese nicht selbst formatiert hat. Lasst euch von dieser Meldung nicht irritieren. Laut AVerMedia werden Karten mit bis zu 512GB unterstützt, was ich persönlich etwas wenig finde. Bei den externen Platten liegt das Maximum bei 4TB.
Schließt eine aktive Quelle via HDMI oder Cinch an und dann startet ihr den EzRecorder 330 per Knopfdruck. Ihr werdet dann durch das grundlegende Setup geführt. In meinem Fall habe ich auch direkt ein Netzwerkkabel angeschlossen, um diese Funktionalität direkt mit aktiv zu haben.
![[Test] AVerMedia EzRecorder 330 5 YouTube player](https://i.ytimg.com/vi/eFd0ftOFTyY/maxresdefault.jpg)
Für meinen Test habe ich eine Micro-SD Karte, eine externe Festplatte und ein NAS vorbereitet. Wie bereits erwähnt, muss der verwendete Speicher vor Nutzung vom System formatiert werden. NTFS und extFAT werden unterstützt, weshalb gängige Flashspeicher-Medien nicht verwendet werden können. Meine externe USB 3.0 SSD wurde via Windows 10 auf NTFS formatiert und vom EzRecorder sofort erkannt. Für die Anmeldung am Netzwerkspeicher werden entsprechende Login-Daten hinterlegt und dann ist auch dieses „Medium“ einsatzbereit.
Sowohl für Aufnahmen als auch für Liveübertragungen müsst ihr die Qualität wählen. Da meine Internetleitung entsprechend gut dimensioniert ist, konnte ich alle Einstellungen auf maximal stellen. Je nach Szenario könnten Anpassungen nach unten sinnvoll sein. Es stehen sowohl H.264 als auch H.265 zur Wahl. Ich favorisiere H.265 wegen der besseren Komprimierung, aber auch das kann je nach Einsatz sicherlich unterschiedlich sein in eurem Setup. Beide „Versionen“ funktionieren einwandfrei. Entscheidet selbst.
Für Live-Streams muss man sich bei Facebook, YouTube oder Twitch authentifizieren. AVerMedia hat dazu QR-Codes zur Verfügung gestellt, um dem User diese Anmeldung und Verknüpfung zu erleichtern. Diese werden im Menu angezeigt und können mit dem Smartphone gescannt werden. Ich hatte ein paar Probleme beim Nutzen von YouTube. Hier kam der Hinweis, ich solle mich bitte erstmal authentifizieren, obschon dies schon passiert war. Nach Abmelden und einem Neustart der Hardware war das aber behoben. Ich wage zu bezweifeln, dass es am EzRecorder 330 lag, aber wirklich verifizieren konnte ich es nicht.
Die Steuerung
Die mitgelieferte kleine Fernbedienung ist sehr leicht und wirkt dadurch nicht sehr wertig. Allerdings wackelt und knarzt nichts. Die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt.
Beim ersten Blick könnte man etwas überladen werden, denn mit 27 Knöpfen findet man sich nicht ohne weiteres Nachlesen zurecht. Wichtig sind tatsächlich die Funktionstasten F1 bis F3 sowie „Aufnahme starten“, „Stream starten“ und „Screenshot“. Diese liegen mittig auf der Fernbedienung. Alles andere drumherum lernt man beim Nutzen kennen.
Das Programmieren von Zeitplänen geht intuitiv von der Hand. Dieses Feature ist für mich persönlich, wie bereits erwähnt, gar nicht so wichtig, funktioniert aber einwandfrei. Die Aufnahmen und Screenshots lassen sich dann entweder von der jeweiligen Speichereinheit kopieren oder auch direkt anschauen. Ich empfehle definitiv den Einsatz des Netzwerkspeichers. So könnt ihr eure Filme und Serien nach Aufnahme via Netzwerk streamen.
Capture x Livestream
Was mich persönlich sehr begeistert hat, ist die Fähigkeit des EzRecorders, sowohl Aufnahmen zu speichern, also auch direkt live zu gehen und die Inhalte zu teilen. Zwar verzichtet man auf Overlays, Alerts etc., aber hat eine Möglichkeit, ganz ohne teuren PC seinem Hobby nachzugehen. Viel einfacher als mit dem EzRecorder 330 wird es da nicht mehr.
Bei den Aufnahmen habe ich keinerlei Probleme oder Fehler feststellen können. Ich konnte alles ohne Lags oder Fragmente konsumieren. Für die Streams war ich zunächst etwas skeptisch, was die Bildqualität angeht, da ich in meinen täglichen Streams auf Twitch mit einigen Filtern arbeite, um die Ausgabe zu verbessern. Allerdings hat der EzRecorder 330 auch hier nicht enttäuscht. Die Ausgabequalität ist absolut ok. Vor allem, weil man keinen zusätzlichen Rechner nutzt und sehr flexibel Gameplay zeigen kann. Für einen längerfristigen Einsatz fehlten mir Szenen und Filter, aber für Zwischendurch oder mal etwas Abwechslung im Streaming-Alltag ist das sicherlich eine gute Alternative. Kommentare und Co. könnte man beim Nachbearbeiten im Schnittprogramm hinzufügen.
Die Farben werden schön satt dargestellt werden und kommen nicht blass daher, wie es bei der Konkurrenz im Default schonmal sein kann.
Es können Screenshots angefertigt werden, die im Dateisystem abgelegt werden. Ebenso sind so genannte Instant Highlights möglich, die etwa einem Twitch-Clip ähneln. So wird ein kurzes Video gespeichert, wobei ihr die Funktion zunächst in den Einstellungen aktivieren müsst. Die Länge des anzufertigenden Videos wird ebenfalls vom User festgelegt. Dabei darf aber keine Aufnahme laufen.
Eure Videos können im Anschluss dann sogar noch geschnitten werden. So habt ihr zumindest am Anfang und Ende schonmal unnötige Daten entfernt. Erwartet von diesem Feature nicht zu viel. Folgt einfach den Bildschirmanweisungen und der Rest klappt wieder intuitiv.
LED
Eingangs hatte ich den Powerbutton und seine LED erwähnt. Dieser Indikatior hilft ungemein bei der Fehlersuche bzw. der Erkennung des aktuellen Status der EzRecorders. Ich hänge euch die offizielle Übersicht mal hier als Bild an:
Man erkennt also recht schnell, ob man gerade streamt bzw. aufnimmt, der verwendete Speicher vollläuft oder etwa ein Instant Highlight erstellt wird. Ich selbst hatte jetzt keine nennenswerten Probleme oder Fehler während meines Tests, aber die LED-Indikatoren von AVerMedia, die bei vielen Produkten zum Einsatz kommen, haben mir schon oft auf einen Blick weitergeholfen, ohne zu tief in eine zeitraubende Analyse einzutauchen.
Fazit
Ob einfache Aufnahme, programmierte Aufnahme oder auch Live-Stream, der AVerMedia EzRecorder 330 ist eine top Lösung, die ohne zusätzlichen Rechnern auskommt. Gesteuert wird über eine kleine Fernbedienung. Persönlich bin ich kein Fan von Fernbedienungen, aber sie funktioniert in jedem Fall tadellos.
Als Speichermedien stehen externe Festplatten, Micro-SD Karten und Netzwerkspeicher zur Auswahl, was jeden User befriedigen sollte. Irgendeine der drei Optionen wird vorhanden sein oder muss angeschafft werden. Die Preise für Speicher sind aktuell ja recht überschaubar und besonders die Speicherkarten immer wieder im Angebot. Ihr solltet aber nicht einfach die günstigste Variante erwerben. AVerMedia empfiehlt mindestens U3/A2. Das steht normalerweise bei der Karte direkt dabei. Je schneller desto besser.
Ob aktuelle Hardware oder Retro Konsole, ihr könnt alles aufnehmen bzw. übertragen. Selbst mein Smartphone konnte ich per USB-C HDMI Adapter an den AVerMedia EzRecorder 330 anschließen und eine Live-Übertragung starten, die hervorragend geklappt hat. Das Delay zwischen Capture Card und Ausgabe an einem Monitor ist so verschwindend gering, dass man direkt an der externen Anzeige zocken kann. Das gilt auch für die Variante mit dem Smartphone. Die Ausgabe erfolgte via 1080p bei 60fps. HDR wird nicht unterstützt, achtet also auch auf diese Einstellung, sofern ihr Probleme haben solltet. 4K60fps werden im Passthrough unterstützt, sodass ihr auch aktuelle Konsolen sinnvoll anschließen könnt und nicht auf FULL-HD limitiert seid.
Bei der Lokalisierung sind ein paar Fehler passiert, die ich bereits an den Hersteller gemeldet habe. Außerdem habe ich Tipps für bessere Formulierungen durchgegeben, nachdem ich selbst etwas verwirrt war, warum ich nach dem Anmelden bei YouTube oder Facebook im Menü die Meldung sehe: „Anmelden“. „Angemeldet“ wäre hier die bessere Variante. AVerMedia wird da kurz nach Release zügig nachbessern. Außerdem muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich ein Produkt getestet habe, was noch nicht am Markt erhältlich ist. Einen etwaigen Day-One-Patch oder spätere Aktualisierung werde ich natürlich einspielen und euch umgehend informieren, was sich geändert hat oder erweitert wurde.
AVerMedia verbessert seine Produkte kontinuierlich über Updates, die manuell installiert werden müssen. Von daher sehe ich auf dieser Seite keine Probleme, dass auch der EzRecorder 330 mit der Zeit weiterentwickelt werden wird.
Ich hätte mir eine App-Steuerung gewünscht, aber das ist vielleicht was für ein zukünftiges Modell. Bis dahin ist der AVerMedia EzRecorder 330 ein top Produkt auf dem Niveau, wie ich es mir vom Hersteller wünsche und gewohnt bin. Die Verarbeitungsqualität hatte ich bereits angesprochen, aber auch in Sachen Software lief und läuft alles stabil. Bis zu diesem Artikel habe ich rund 40 Stunden Content generiert und weder Abstürze noch andere Fehler mitbekommen. Das oben im Text erwähnte Login-Problem führe ich mittlerweile auf ein temporäres beim Anbieter zurück und nicht beim EzRecorder 330, da ich das Fehlerbild nie wieder reproduzieren konnte.
Also: Programmiert eure Aufnahmen, geht live und zeigt, dass es keinen Rechner braucht, um zu streamen! Der AVerMedia EzRecorder 330 ist unter anderem via Amazon erhältlich.